Andacht

Dezember 2009 / Januar 2010 - Andacht aus dem Gemeindebrief

Liebe Gemeinde!

Er steht bei mir schon auf dem Wohnzimmertisch, noch ganz unberührt. Erst am 1.Advent wird er zum ersten Mal zum Einsatz kommen: Mein Adventskranz.
Vielleicht haben Sie ja auch einen, nutzen diese Tradition um immer mal in der Zeit der großen Vorbereitung auf das Fest im Planen und Organisieren innezuhalten Viele wissen, dass der Adventskranz von Johann Hinrich Wichern (1808-1881) erfunden wurde. Er leitete das Rauhe Haus, ein „Rettungsdorf“ für die verwahrlosten und verwaisten, oft auch straffällig gewordenen Kinder aus den Elendsvierteln Hamburgs. Sie konnten hier Aufnahme finden, eine christliche Erziehung, eine Berufsausbildung, aber vor allem eine Gemeinschaft, in der sie anerkannt wurden, in denen sich Erwachsene und ander Kinder um sie kümmerten.
Die Kinder fragten oft, wie lange es denn noch bis Weihnachten dauert. Um ihren immerwährenden Fragen zu entkommen, baute Wichern aus einem Wagenrad, Tannengrün, Roten Bändern und Kerzen den ersten Adventskranz: Vier große Kerzen zeigten die Adventssonntage an. Dazwischen steckten kleine Kerzen, für jeden Wochentag eine.
Jeden Tag wurde eine weitere Kerze angezündet. Die Kinder sahen, wie Weihnachten immer näher rückte und sie sahen noch mehr: Im Advent erleben wir die Ankunft Gottes. Er kommt, er ist auf dem Weg zu uns. Wir können sein Kommen schon von weitem sehen: Jeden Tag wird es ein wenig heller bei uns und dann: An Weihnachten ist es hell und auch warm geworden.
So wie die Kinder können auch wir uns auf die Symbolik des Adventskranzes einlassen. Jeden Tag im Advent uns Zeit nehmen. Die Kerzen anzünden, nach der Zeit, erst nur eine, dann zwei, dann die dritte auch und schließlich alle vier. Wir können uns Zeit nehmen uns bewusst zu machen: Gott kommt zu uns, in unsere Welt, deshalb bereiten wir uns vor, deshalb feiern wir. Was bedeutet das für mich, dass Gott in unsere Welt kommt? Hoffe ich auf Gottes Kommen auch in mein Leben?
Und an Weihnachten und danach: Wie erlebe ich Gottes Ankunft in meinem Leben? Wo macht er mein Leben hell?
Dazu will uns der Adventskranz helfen.

Ihnen allen eine besinnliche Adventszeit ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Anfang im kommenden Jahr!

Ihre Pfarrerin Benoit


06.Februar 2009 - Andacht aus dem Gemeindebrief

Liebe Gemeinde,

das Neue Jahr hat angefangen und damit auch meine Zeit als Pfarrerin in Lixfeld und Frechenhausen. Meine ersten Schritte habe ich schon gemacht, meine ersten Gottesdienste gehalten. Am 1.Februar werde ich ordiniert und offiziell ins Amt eingeführt. Noch mehr wird in diesem Jahr neu sein: Der Kirchenvorstand wird neu gewählt und im Herbst schon im Gottesdienst eingeführt werden. Vielleicht steht ihnen aber auch eine ganz persönliche Veränderung ins Haus? So stehen wir am Anfang. Am Anfang eines neuen Jahres am Anfang einer gemeinsamen Zeit – sie als Gemeinde und ich als Pfarrerin. Ich freue mich und bin zugleich gespannt: Werde ich die Anforderungen erfüllen? Was sind Erwartungen? Wir alle kennen die Situation des Neuanfangs: Unsere Lebenssituation verändert sich radikal. Und meist hat uns niemand gefragt, ob wir die Veränderung wollten. Über uns wird entschieden, andere stellen uns vor vollendete Tatsachen oder aber Schicksalsschläge zwingen uns neu anzufangen. Oft fragen wir uns dann, wie wir es schaffen können, uns auf so viel Neues einzustellen. Wir meinen die neuen Aufgaben nie meistern zu können. Dann aber entscheiden wir uns selbst innerlich, die Aufgabe, die andere uns gestellt haben, anzunehmen. „Man wächst mit seinen Aufgaben“, heißt es im Volksmund. Wenn wir so mutig neu beginnen und Gott um seinen Segen bitten, merken wir: Gottes Segen ist so reich, dass uns tatsächlich die Kräfte zuwachsen, die wir brauchen. Eines Tages stellen wir fest: Der Anfang ist geschafft und wir haben nun Übung und alles geht leichter. Wir alle können Gottes Segen, bei dem, was wir neu anfangen, gut gebrauchen. So möchte ich für uns alle in allem was wir neu anfangen bitten: „Ausgang und Eingang – Anfang und Ende – stehen bei Dir Herr – fülle Du uns die Hände!“
Ich wünsche Ihnen gutes Beginnen, bei allem was sie neu anfangen!


Ihre Pfarrerin Benoit



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